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Ratgeber · Einfahrt

Einfahrt entwässern: Gefälle, Versickerung und die Regeln

Aktualisiert Juli 2026 · Lesezeit 6 Minuten · Preisannahmen offen einsehbar

Illustration: Regenwasser läuft von einer gepflasterten Einfahrt in eine Entwässerungsrinne

Die schönste Pflasterfläche taugt nichts, wenn das Wasser nicht wegläuft. Falsches oder fehlendes Gefälle sorgt für Pfützen, Frostschäden und im schlimmsten Fall für Wasser im Keller oder Streit mit dem Nachbarn. Wie du deine Einfahrt richtig entwässerst, welches Gefälle stimmt und was du rechtlich beachten musst, steht hier.

Wasser ist der eigentliche Feind

Wenn eine Einfahrt kaputtgeht, steckt fast immer Wasser dahinter. Es sammelt sich in Pfützen, dringt in den Unterbau, friert im Winter und sprengt die Fläche von unten auseinander. Deshalb ist die Entwässerung kein Nebenthema, sondern gehört von Anfang an in die Planung. Zwei Dinge entscheiden: das Gefälle und die Frage, wohin das Wasser danach läuft.

Das richtige Gefälle

Der Richtwert für befestigte Flächen liegt bei rund 2 Prozent, das sind etwa 2 Zentimeter pro Meter. Das klingt nach wenig und reicht doch, damit Wasser zuverlässig abläuft, ohne dass die Fläche schräg wirkt. Entscheidend ist die Richtung: Das Gefälle muss immer vom Haus und von der Garage wegführen, nie darauf zu. Eine Einfahrt, die zum Gebäude hin abfällt, schickt dir bei jedem Starkregen das Wasser vor die Tür.

Schon beim Aushub wird das Gefälle angelegt, im Erdplanum, und zieht sich durch alle Schichten bis zur Oberfläche. Nachträglich ein Gefälle einzubauen ist teuer, weil die ganze Fläche neu aufgebaut werden muss. Deshalb gilt: Ans Wasser denkt man vor dem ersten Spatenstich, nicht danach.

Wohin mit dem Wasser?

Hier wird aus einer Bauentscheidung eine rechtliche. Grundsatz: Das Regenwasser deiner Fläche ist dein Wasser und gehört auf dein Grundstück. Es darf nicht einfach auf das Nachbargrundstück oder ungeregelt auf den öffentlichen Gehweg laufen. Drei Wege sind üblich:

  • Versickerung auf der Fläche. Bei Kies oder versickerungsfähigem Pflaster läuft das Wasser direkt durch. Das ist die einfachste und oft günstigste Lösung.
  • Versickerung daneben. Das Wasser läuft über das Gefälle in eine angrenzende Grünfläche, eine Sickermulde oder eine Rigole. Braucht Platz, ist aber wartungsarm.
  • Anschluss an die Kanalisation. Meist genehmigungspflichtig und mit laufenden Gebühren verbunden. Nur, wenn Versickerung nicht möglich ist.

Was in deiner Gemeinde erlaubt und was gebührenpflichtig ist, regelt die örtliche Entwässerungssatzung. Ein kurzer Anruf beim Bauamt spart hier viel Ärger.

Rinnen und Abläufe

Läuft die Einfahrt zum Haus oder zur Garage hin, weil das Gelände es nicht anders hergibt, fängt eine Entwässerungsrinne quer vor dem Tor das Wasser ab, bevor es hineinläuft. Sie wird in ein leichtes Gefälle gelegt und in die Versickerung oder den Ablauf geführt. Bei ausreichendem Gefälle weg vom Gebäude braucht man oft gar keine Rinne, das spart Geld und Wartung. Punktabläufe an der Tiefstelle sind eine Alternative, verstopfen aber leichter mit Laub.

Der Gebühren-Aspekt

Ein Punkt, den viele erst mit der ersten Rechnung merken: Eine versiegelte Fläche wie klassisches Pflaster zählt für die Niederschlagswassergebühr, die sich nach der versiegelten Quadratmeterzahl richtet. Versickerungsfähige Beläge, breite Fugen, Rasengittersteine oder Sickerpflaster gelten je nach Kommune als teilversiegelt und können die Gebühr senken. Wer ohnehin zwischen Kies und Pflaster schwankt, sollte das mitrechnen, mehr dazu im Ratgeber Kies oder Pflaster.

Was heißt das für deine Planung?

Drei Dinge nimmst du mit: Erstens, plane das Gefälle von Anfang an ein, rund 2 Prozent weg vom Gebäude. Zweitens, kläre vor dem Bau, wohin das Wasser versickern darf, und frag im Zweifel beim Bauamt nach. Drittens, denk an die laufenden Gebühren, sie können die Wahl des Belags mitbestimmen. Die reinen Bau- und Materialkosten deiner Fläche rechnest du mit dem Einfahrt-Kostenrechner durch, und warum der Unterbau über die Haltbarkeit entscheidet, steht im Ratgeber Warum deine Hofeinfahrt bricht.

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Häufige Fragen

Welches Gefälle braucht eine Einfahrt?

Rund 2 Prozent, also etwa 2 Zentimeter Höhenunterschied pro Meter, sind der Richtwert für befestigte Flächen. Das reicht, damit Wasser sicher abläuft, ohne dass die Fläche merklich schräg wirkt. Weniger führt zu Pfützen, deutlich mehr fühlt sich beim Gehen unangenehm an.

Wohin darf das Regenwasser von der Einfahrt ablaufen?

Auf das eigene Grundstück, idealerweise zur Versickerung in eine Grünfläche oder eine Sickermulde. Es darf nicht auf das Nachbargrundstück oder ungeregelt auf öffentliche Wege geleitet werden. Der Anschluss an die Kanalisation ist oft genehmigungspflichtig und kostet Gebühren.

Muss ich eine Entwässerungsrinne einbauen?

Nur, wenn das Wasser sonst zum Haus oder zur Garage läuft, etwa bei einer abschüssigen Einfahrt. Dann fängt eine Querrinne vor dem Tor oder der Garage das Wasser ab. Bei ausreichendem Gefälle weg vom Gebäude kommt man oft ohne Rinne aus.

Zählt eine gepflasterte Einfahrt als versiegelte Fläche?

In der Regel ja, und dafür fallen vielerorts Niederschlagswassergebühren an. Versickerungsfähige Beläge wie Rasengittersteine, breite Fugen oder Sickerpflaster gelten je nach Kommune als teilversiegelt und können die Gebühr senken.

Was passiert bei fehlendem Gefälle?

Wasser bleibt stehen. Pfützen frieren im Winter, das Wasser dringt in Fugen und Unterbau, hebt die Fläche beim Frost an und lässt sie ungleichmäßig absacken. Stehendes Wasser am Haus kann außerdem in Keller und Fundament ziehen.

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